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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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Zwei Jahre später kommt Heine auf diese Idee noch-mals zurück. Es ist ja begreiflich, daß einen Denker wieHeine diese ungewöhnliche Wirkung, die Lißt durch seineMusik auf alle Menscheu ausübte uud der er selbst sich kaumeutzieheu konnte, beschäftigen mußte. Er erklärt sich dieselbenuu auf folgende Weise:Die elektrische Wirkung einerdämonischen Natur auf eine zusammengepreßte Menge, dieansteckende Gewalt der Ekstase und vielleicht der Magnetismusder Musik selbst, dieser spiritua.listischen Zeitkrankheit, welchefast in uns allen vibrirt, diese Phänomene sind mir nochnie so deutlich und so beängstigend entgegengetreten, wiein dem Konzerte von Lißt." Sie erklären in der That auchvollständig jene Lißtomanie, die Heine selbst im Verlaufeseines Berichtes so wahr und ergötzlich schildert uud dcreudie ältereu Leser sich gewiß noch gut erinnern.

Aber wo ist die warme Freundschaft geblieben? Zwarerklärt Heine von dem Künstler, daß ertrotz aller Verkehrt-heiten und verletzenden Ecken dennoch unser theurcr Lißtbleibt", aber die humoristische Personalbeschreibung, die ervon ihm gibt, verrät wenig von aufrichtig freundschaftlichemInteresse. Freilich um der Wahrheit die Ehre zu geben auf den Lißt der Virtuoscnperiode paßte diese Beschreibungso genau wie ein getreuer Steckbrief; aber der Hauckider Freundschaft ist aus derselben nirgends zu verspüren.Za, er ist hier." so beginnt Heine,der großeAgitator, unser Franz Lißt, der irrende Ritter aller mög-lichen Orden, er ist hier, der hohenzollern-hechingensche Hof-rat, der Doktor der Philosophie und Wunderdoktor derMusik, der wicdcrauferstandeue Rattenfänger von Hameln,der neue Faust, dem immer ein Pudel in der Gestalt Belliuisfolgt, der geadelte und dennoch edle Franz Lißt! Er isthier, der moderne Amphion, der mit den Tönen seinesSaitenspiels beim Kölner Domban die Steine in Bewegung