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Es ist charakteristisch zu beobachten, daß, so oft Heinezu vollem Sinnengennß, zu unbefangener Lebensfreudigkeit,zur Anbetung des hellenischen Schönheits-Zdeals sich auf-schwingen möchte, ihn jedesmal die spiriiualistische Empfindung,der tiefe Schmerz um das Leid des Daseins, die Klage überdas Elend des Menschenlebens und über den Riß zwischenZdeal und Leben, den die nazarenische Idee nach seinerUeberzengung in die Welt gebracht, in die traurige Wirk-lichkeit hinabziehen. Er ist der Dichter der Traumbilder.Mit Traumbildern beginnen seine Dichtungen, mit einemwunderbaren Traumbild schließen sie, und auch durch diesesTraumbild zieht sich jener uralte Riß:
„Die Gegensätze sind hier grell gepaart,
Des Griechen Lustsinn und der GottgedankcJudäas! Und in ArabcskcnartUm beide schlingt der Ephcu seine Ranke.
Man kann fast durch alle seine Dichtungen diesen tiefenGegensatz verfolgen. Eine der charakteristischsten hierfür ist dasGedicht „Erinnerung", welches seinem Aufenthalt in Frankfurtam Main ja gleichfalls gewidmet ist, wiederum ein Traumge-bild, das ihn mit wehmnlhvoller Milde erfüllt. Da heißt es:
„Frankfurt, du hegst viel Narrn und Bösewichte!.-,
Doch lieb ich dich; du gabst dem deutschen LandManch guten Kaiser und den besten Dichter,
Und bist die Stadt, wo ich die Holde fand.
Ich ging die Zeil entlang, die schön gebaute,
Es war die Messe just, die Schachcrzcit,
Und bunt war das Gewimmel, und ich schauteWie träumend auf des Volks Geschäftigkeit.
Da sah ich sie. Mit heilig süßem StaunenErblickt' ich schon die schwebende Gestalt,
Die sonn'gcn Augen und die sanften Brauen —
Es zog mich fort mit seltsamer Gewalt."
Durch Mark: und Straßen folgt er der Holden, dem:sie war schön . . .