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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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„Schöner ist nicht gewesenDie Göttin, als sie stieg aus Wellenschaum,

Vielleicht war sie das wunderschöne Wesen,

Das ich geahnt im frühen Knabentraum!"

Aber kaum ist der Dichter in das Elysinm seiner Liebes-wonne eingezogen, da reißt ihn die Enttäuschung wiederzurück in die kalte, feindselige, nazarenische Wirklichkeit:„Fort ist der Wahn, jedoch das BildnißDes armen Kinds umschwebt mich, wo ich bin.

Wo irrst du jetzt, in welcher kalten Wildnitz?

Zm Elend und im Gram gab ich dich hin!"

In solchen Erinnerungen und Traumbildern bewegtsich das Schaffen des Dichters von seinen ersten Gedichtenbis zu den letzten schaurigen Klängen des „Romanzero" —und Niemand hat diesen langen Passionsweg wahrer undtiefer geschildert, wie Heine selbst, als er auf seinemSterbebette, in den Tagen seiner gräßlichsten Leiden undQualen, in einem schmerzfreien Augenblicke zu einem seinervertrautesten Freunde sagte: „Mein Leben war schön! Ichwar der Lieblingspoet der Deutschen geworden und wurdesogar gekrönt, wie ein deutscher Kaiser zu Frankfurt a, M.Mädchen in weißen Kleidern streuten mir Blumen. O, eswar schön! Warum mußte ich doch meinen Heimweg durchdie Judengasse nehmen, die,, wie Sie vielleicht wissen, vomRömer nicht gar weit entfernt ist. Als ich sie, im Ann meinenKranz, gerade durchschreite, geht ein häßliches Weib mir querüber den Weg und droht mir, als wolle sie mir Unglück weis-sagen . . Ich stutze vor der Gestalt, fahre einen Schritt zurückund mein Kranz . . . mein prächtiger Kranz fällt ans dieSteine der unreinen Gasse! Weh mir, seitdem klebt ein fatalerGeruch an meinen Lorbeeren, ein Geruch, den ich nirbt weg-bringen kann! Schade, schade um den schönen Kranz!"

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