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Unter demselben Dache lebte während dieser Tage mitHeine noch ein anderer hervorragender Vertreter des Witzes,freilich jenes Wortwitzes, welchen Heine selbst nie pflegteund auch nur wenig gomirc» konnte, der seinerseits aberin Heine einen geflüchteten Konkurrenten sah und dem-selben gern hie und da einen Nadelstich versetzte. Es wardies kein anderer als M. G. Saphir. An der Wirths-tafel des Hotels „Zum Schwan" — es ist bekannt, daßBörne noch in seine» letzten Lebensjahren nichts an Frankfurtrühmte, als dies Hotel, und auch dies nur am Donners-tag, wenn es dort vortreffliches Sauerkraut gab — trafHeine fast täglich mir Saphir zusammen. Es ist begreiflich,daß die witzige Unterhaltung der beiden geistreichen Männerzahlreiche Gäste anlockte. Einst erzählte ein Reisender beiTische, daß der Kurfürst von Hessen in Folge der Unruhenin Kassel, um den Bewohnern der Residenz seinen Unwillenzu erkennen zu geben, alle. Ruhebänke auf der Wilhelms-höhe habe entfernen lassen. Sogleich bemerkte Saphir:„Da werden seine lieben Kasselaner sich in einem perma-nenten Aufstand befinden." .... „Saphir! Saphir!"rief Heine aus, „wer wird Witze ohne Honorar machen?"...„Besser als Honorar ohne Witze", gab der boshafte Saphirschlagfertig zurück. Eine innere geistige Beziehung zwischendiesen beiden so verschiedenen Männern, zwischen dem Hu-moristen Heine und dem Witzling Saphir, konnte natürlichnicht staltfinden, und kam auch später nicht zu Stande, alsSaphir Heine in Paris aufsuchte und von dessen Krankeit-bette einen tiesempfundenen Bericht in die Heimath sandte.
Auch der berühmte Maler, Prof. Moritz Oppenheim,ein Freund Börne's, der vier Jahre zuvor dessen Bildgemalt hatte, suchte Heine auf und bat den Dichter, sichvon ihm malen zu lassen. Das wohlgelungene Oelgemälde,welches gegenwärtig im Besitze des Verlegers von Heine,