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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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versicherte ihm, daß die Abtrünnigen, welche die Taufe an-genommen, nur den Schalet zu riechen brauchteil, um eingewisses Heimweh nach der Synagoge zu empfinden, daßder Schalet also, sozusagen, der Kuhreigen der Zuden sei.Auch nach Bornheim fuhreil beide miteinander am Sonnabendhinaus, „um dort Kaffee zu triukcn und die Töchter Israelszu betrachteil ... es waren schöne Mädchen lind rocheilnach Schalet, allerliebst. Börne zwinkerte mit den Augen.Zil diesem geheimnißvollen Zwinkern, in diesem unsicheren,lüsterneil Zwinkern, das sich vor der inneren Stimme fürchtet,lag der ganze Unterschied der Gefühlsweise. Börne nämlich,wenn auch in seineil Gedankeil noch fest, war in seinenGefühleil ein Sklave der nazarenischen Abstinenz." Daßsich aber daneben Heine selbst für einen Helleneil hielt, warwohl der größte Zrrthum seines Lebens. Auch in demGedicht „Erinnerung", welches ja auf eine Episode anspielt,die vielleicht gerade in jenen drei Tagen passirt ist, erzählter eine Geschichte, die zwar nicht auf nazarcuische Abstinenz,aber auch noch viel welliger auf hellenischeil Schönheitssinnschließen läßt. Wir werdeil darauf zurückkommen.

Die drei Tage, welche Heine in Frankfurt in BörnesGesellschaft zugebracht, verflossen in fast idyllischer Fried-samkeit. „Hüteil Sie sich, in Müllchen mit dem Pfaffenzu kollidireil!" waren die letzten Worte, welche ihm Börnebeim Abschiede ins Ohr flüsterte, und als Heine schon imCoup« des Postwagens saß, blickte ihm Börne noch langenach, wehmüthig wie ein alter Seemann, der sich aufs Fest-land zurückgezogen hat, und sich von Mitleid bewegt fühlt,wenn er einen jungen Fant sieht, der sich zum ersteil Male aufdas Meer begiebt. Heine will aber in ihm nur den armeilMann geseheil habeil, dessen Schiff ohne Anker und dessen Herzohne Hoffnung war, denn er glaubte damals noch stolz amBord seines Lebensschiffes die Götter der Zukunft zu tragen!