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drücklichc Verbote der verdächtigen Schriften ein Ende machenzu müssen. Das ist, abgesehen von dem Verwerflichen jedessolchen Verbotes, auch in literararisch-menschlicher Hinsichtein Fehler und ein Schaden. Allerdings ist diese jungeLiteratur eiu Unsiuu, ja eiue Verrücktheit. Aber wodurchsoll deuu die alte Verrücktheit bekämpft werden als durcheine neue? Die Zeiten sind selten, wo die Vernunft sichPlatz macht, und ebenso selten die Männer, die das Reiz-lose des gesunden Menschenverstandes, der richtigen Ansichtgeltend zu mache» wüßten. Zu Ermangelung der Lessingenun bleibt nichts, als einen Unsinn durch den anderen be-schränken. Die saselnd-mittelalterliche, selbsttänschend-re-ligiöse, gestaltlos-nebelnde, Tieckisch- und Menzlisch-unfähigePeriode hat lange genug gedauert, und wie denn das neueSchlechte immer schon darum besser ist als das schlechteAlte, weil wenigstens die Verjährungszeit des Letzteren durchden Einspruch unterbrochen wird, so hätte man froh seinsollen, in der Unverschämtheit der neuen Apostel einen Dammgegen die Anmaßung der bisherigen zu bekommen. Uebrigenshat diese junge Schule bei aller Verächtlichkeit eine löblicheEigenschaft, die gegenwärtig in Deutschland sehr fehlt, eine,wenn auch täppische Geradheit nämlich. Sie macht sichkeine Illusionen. Sie ist frech, weil das Zeitalter frechist; irreligiös, und die ganze Religion der Zeit ist Selbst-täuschung oder Heuchelei; sie sagt, was sie denkt, indeß mauin Deutschland häufig nichts denkt bei dem, was man sagt."
Was Heine zu dieser Ansicht gesagt haben mag? Ichglaube, er hat die Augen halb geschlossen und den harm-losen Grillparzer von unten herauf mit seinem muthwillig-sten Augenblinzeln angesehen. Daraus wird er wohl —des -biblische» Spruches „Aug' nur Aug', Zahn um Zahn"eingedenk — das Gespräch von diesem unliebsamen Themaabgelenkr und den Tragödien Grillparzer's zugewendet haben.