und Kunst zu einer Blüthe sich entfalteten, die sie erst vieleJahrhunderte später in gleichem Maße wieder erreicht haben.Abdurrahman III., ein Sprößling des weltbeherrschcndenOmejjadengeschlechts, war damals Herrscher in Spanien,und Cordova wurde die Residenz dieses edleu, dichterisch be-gabten Fürsten. Dort erbaute er die berühmte Moschee, dienoch heilte als eitles der merkwürdigsteil Bollwerke dasteht,dort legte er auch einen Palast lind große Gärten an, indenen er seltene Bäume aus dem Orient pflanzen ließ.Die erste Palme brachte Abdurrahman »ach Europa — undsie gedieh in der milden Luft Andalusiens so gut wie inihrer orientalischen Heimath. An diese Palme, „die Stamm-mutter aller übrigeil in Europa", richtete Abdurrahman,iil wehmülhiger Erinnerung an sein fernes Vaterland, diefolgenden — von A. v. Schock vortrefflich übersetzten — Verse:„Du, o Palme, bist ein FremdlingSo wie ich in diesem Lande,
Bist ein Fremdling hier im WestenFern von Deiner Heimath Strande.
Weine d'rum! Allein die Stumme,
Wie vermöchte sie zu weinen?
Nein, sie weis; von keinem Grame,
Keinem Kummer gleich dem meinen.
Aber könnte sie empfinden,
O sie würde sich mit ThranenNach , des Ostens PalmenhainenUnd des Euphrat's Wellen sehnen.
Nicht gedenkt sie deß, und ich auchFast vergaß ich meiner Lieben,
Seit mein Haß auf Abbas' SöhneAus der Heimath mich getrieben."
Mali sieht, Abdurrahman ist schon dem poetischeilStimmungsbild näher als der Midrasch. Diesen mögeilwohl von dem arabischen Dichterfürsten etwa sechs oder siebeil