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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
63
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welches die Herausgabe der gesammelten Werke Hciue'sbeabsichtige. Als Campe noch immer schwieg, bemerkteGustav weiter: „Und ein Loch in einen Contract ist baldgemacht." „Sehen Sie," fuhr er, auf seine Cravatte deutend,fort, „das ist ein Contract." Dann riß er die Schleifeauf, band sie in anderer Art wieder zu und sagte lachend:„So, nun ist es wieder ein Contract!" Da riß aber auchdem ruhigen Campe die Geduld. Er verbat sich die Fort-setzung dieser Belehrungen und schrieb an Heinrich einenaufgeregten Brief über den „Brüder-Congreß in Hamburg".Darauf erwidert nun der Dichter am 12. September des-selben Jahres: „Wie konnte Ihr Unmuth gegen meinenBrndcr Gustav, mag derselbe noch so gerecht sein, Sie ver-leiten, mir, der ich genug zu tragen habe, mit solcherleiBcklagnissen meine Bekümmernisse zu vermehren? Habeich meinen Bruder Gustav zu Ihnen geschickt? Hat er dasgeringste Mandat von mir, habe ich Ihnen nicht längstüber Gustav's zänkischen Charakter meine Meinung gesagtund Ihnen versichert, daß ich alles so einrichten werde, daßer niemals das Geringste in Bezug auf mich mit Ihnenzu verkehren haben würde? — Genug davon, Gustav Heineist mein Bruder, ich liebe ihn als solchen, weil mau unterallen Umständen seine Brüder lieben soll. Außerdem hater mir bedeutende Dienste erzeigt, und ich werde wahrlichder Letzte sein, der auf ihn loszöge . . . Was soll ich alsolange darüber jammern, daß er auch uns Beide brouillirenwollte . . . Ich habe schon längst gemerkt, daß bei meinemhilflos kranken Zustande mein Bruder Gustav sich ver-pflichtet glaubte, mein literarischer Vormünder zu sein.In Bezug auf mein Buch hat er uoch specielle Absichten . . .Er sagte mir längst, daß er mit seinem Zeitungsinstituteauch den Verlag von Novitäten verbinden wolle . . . Maxmeint wirklich, ich würde ein solcher Narr sein, des Geldes