Gustav's die Liquidation des Geschäftes und der Eintrittin österreichische Kriegsdienste, aus welchem Anlasse er denFamiliennamen seiner Mittler — Geldern — adoptirte, in-dem er das holländische „van" in ein adeliges „von" um-wandelte. Im Lebenslauf Heinrich's folgt die Ucbersiedlung»ach Paris. Es ist kaum übertrieben, wenn man behaup-tet, daß Dieser abwärts, Jener aber im Sturmschritt auf-wärts ging. Gustav Heine hat es bekanntlich im öster-reichischen Militär bis zum Dragoner-Officier gebracht.
Seine fernere Carriäre ist bekannt, sie gehört seit denVierziger Jahren ja der Oeffentlichkeit an. Die Beziehungenzn Heinrich scheinen aber während der Sturm- und Drang-periode Gustav's nicht eben sehr innig gewesen zu sein.Mindestens erfahren wir ans den Bliese», also den authen-tischsten Zeugnissen dieses Dichterlebens, nichts Näheresüber Bruder Gustav. Ja, selbst in den Briefen an dieheißgeliebte Mutter und a» die Schwester Charlotte wiean den jüngsten Brnder Max wird der Name Gustav'snie erwähnt, oder doch nur ein einzigmal bei einem merk-würdigen Anlasse.
Betty Heine hatte die Absicht, ein kleines Kapital,das sie sich erspart, testamentarisch unter ihre vier Kinderzn venheilen. Als Heinrich dies erfährt, lehnt er für sichdieses Geld mit der größten Entschiedenheit ab und fügthinzu: „Max wird in dieser Beziehung ganz so denken wieich; Du mußt nach meinem Rath die ganze Summe meinerSchwester lassen." Erst später bemerkt er: „Sei überzeugt,auch Gustav hat dies Geld ebenso wenig nöthig wie ichund Max." Es scheint also, daß die Mutter bis dahin— Sommer 1847 — diese Ueberzeugnng noch nicht ge-habt hatte. . .
Erst im Sommer des Jahres 1851 — also nachmehr als zwanzig Jahreil — sahen die Brüder einander