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nicht, lieben Freund!" war dann meist seine ärgerliche Ani-wort, worauf Lehman» ständig bemerkte: „So, wenn Siemeinen!" und zur Thüre hinausschoß. Selten ging aberdie Sonne eines solchen Tages unter, ohne mit ihren Abcnd-strahlen das feierliche Versöhn»ngsfest der beiden jungenBrauseköpfe zu beleuchten, deren freundliches Verhältnis;nach solchen Gewittern nur um so inniger sich gestaltete.
Als dann Heine eines Tages durch Eduard Gans dem„jungen Palästina" zugeführt wurde, das sich in dem„Verein für Cnltur und Wissenschaft der Inden" nun schonseit drei Jahren sammelte, begegnete er auch dort JosefLehmann, und zwar als einem der eifrigsten und begeistertstenMitglieder. Mit seinem warmen Herzen und seinem prak-tischen Scharfsinn erkannte Lehmann schon früh, daß dieüberschwänglichen Reformidcen der jungen Apostel eitelSchanmblasen seien, und richtete seinen Blick auf das Prak-tische, wirklich Auszuführende. Seiner Initiative verdanktedie Unterrichtsanstalt des Vereins ihre Entstehung, in deraußer der deutscheu die griechische, lateinische, französischeund hebräische Sprache, ferner Geographie, Geschichte, Arith-metik und Geometrie gelehrt wurden. Lehmann selbst be-theiligte sich am Unterricht in hervorragender Weise undveranlaßte auch Heine, wöchentlich drei Geschichtsstundenzu geben. Mit besonderer Genngthunng erzählte Lehmannin späteren Jahren, daß einer ihrer besten Schüler seinLandsmann, der berühmte Orientalist Salomon Münk,gewesen sei, dem Heine einige rührende Blätter in seinemGedenkworteu auf Ludwig Markus gewidmet hat. Und mitVorliebe wiederholte er die humoristische Thatsache, daß Heinegerade das Referat über einen zu stiftende» israelitischenFrauenverein,sowie über ein Religionsbuch für die israelitischeJugend anvertraut wurde — und erzählte, mit welchem gravi-tätischen Ernst sich der junge Dichter dieser Mission entledigte.