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undzwanzigjährigen Jüngling in Berlin einstürmten, unddie Erfolge, die seine „poetischen Ausstellungen" in Gnbitz's„Gesellschafter" hatten, ihn von ernsterem wissenschaft-lichen Streben abhielten. Während er in heiterer FreundeKreis Nächte durchschwärmte, oder Abende lang poetischeund ästhetische Thcecirkel frequentirte, traten auch die juri-dischen Brotstudien wieder in ihre alten Rechte ein, be-schäftigten ihn oft und vielfach die höchsten Fragen derPhilosophie und der Wissenschaft, zunächst aber auch dieAngelegenheiten seines — Stammes.
Denn Heine war ein Zu de, und daß er das nichtvergaß mitten im Taumel eines bacchantischen Lebens,mitten unter den dem Judenthum gehässigsten Einflüssen,in einer Gemeinde, von der der größere Theil innerhalbweniger Jahre zur herrschenden Kirche übergegangen war,das zeigt, daß die Einflüsse und Stimmungen mächtig inseiner Seele lebten, die ihn an sein damals noch geknech-tetes und mißachtetes Volk ketteten.
Zunächst war es auch wohl die Freundschaft mit jenenMännern, die damals im Rausche jugendlicher Begeisterungam 7. November 1819 den „Verein für Cultur und Wissen-schaft des Judenthnms" gründeten, mit Eduard Gans,Moses Moser, Leopold Zunz n. A., die Heine so sehr fürdie Interessen der Juden begeisterte.
Es war ein jugendlich kühner, wenn auch vermessenerGedanke, der die Bestrebungen dieses Vereins durchwehte,der Gedanke der Reform einer Nation, die mit merkwür-diger Festigkeit und nnerschüttert von den Wogen derVölkergeschichte Jahrtausende hindurch in Druck und Ver-folgung ihrem Glauben treu blieb, und die nun jugend-liche Brauseköpfe mit einem Male ganz von den Tafelnder Geschichte löschen wollten. Und eben diese Unklarheitdes Wollens war es, die den Verein, trotz der gediegenen