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lesen nämlich seinen Brief an Ferdinand Dümmler, in deiner ihm schüchtern, wie ein jnnger Amor, seilte beiden Dramennnd seine Gedichte zum Verlag anbietet. Spricht sich zwarschoit in diesem Briefe das Selbstvertranen aus, das Heinestets beseelte, so lesen wir doch mit Lächeln, wie er schreibt:„Ach glaube nicht, daß ich hier in Berlin sehr bekannt bin,aber desto mehr bin ich es in meiner Heimath am Rheine."
Und sicherlich mit dem Zagen, das nur junge Autorenganz begreifen können, saß der junge Poet in seiner zweitenBerliner Wohnung, Tanbenstraße Nr. 32, und horchte,ob nicht die lieblichen Schritte des beflügelten Briefbotenzu hören waren, nnd empfing dann endlich nach langemWarten klopfenden Herzens den Brief, ven er schon an derAußenseite kennt, nnd in dem der alle, erfahrene Buchhändlerdem jungen Dichter mittheilt, daß er sich auf vieles Zureden,nach Empfehlungen von Gubitz, Hitzig n. A. entschlossenhabe, die Gedichte zu verlegen und dem unbekannten Dichterstatt des Honorars, ans das er doch hoffentlich keine An-sprüche mache, 40 Frei-Exemplare zu gewähren. Aber waslhuchs, was braucht ein junger Dichter Honorar — dieersten Gedichte gedruckt — das ist genug, übergenug . . . .
Das Auge sieht den Himmel offen,
Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
Auch Heine machte keine Ausnahme von der Antoren-regel. Und waren auch seine Gedichte nicht, wie die sovieler junger Poeten, von Verleger zu Verleger gewandert,so hatte ja doch BrockhanS in Leipzig ihm dieselben vorerstmit der stereotypen Verlegerphrase zurückgeschickt, daß er,mit Unternehmungen überhäuft, sie nicht drucken könne.
Aber das war alles vergessen, und kein Mensch in ganzBerlin glücklicher als Heine, der nun in dem schönen Be-wußtsein schwelgte, ein erbgeborner Sohn Apoll's, ein voll-berechtigter Bürger des Parnasses zu sein.