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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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meine: die Gesellschaft der Berliner „Salons", vor Allemaber die Varnhagen's von Ense und seiner geistreichenFrau Rahel.

Es mag in der That in der Formvollendung undKlarheit der Heine'scheu Poesie gelegen haben, daß Varn-hagen nnd Rahel darin Anklänge an Goethe's Dichtungengefunden und schon deshalb Heine liebgewonnen hatten.

Aber noch eine andere Frau müssen wir hier billiger-weise nennen, die ebenfalls einen geistreichen Cirkel um sichversammelte, und auf Heiue's dichterische Entwickelung dengedeihlichsten Einfluß ausübte: Elise von Hohenhausen,die selbst begabte Dichterin, jeden Dienstag die besten und ge-lehrtesten Männer, au denen das damalige Berlin so reichwar, in ihrem Salon versammelte. Elise von Hohenhausenhatte das Verdienst, in Berlin zuerst dte dichterische Bedeu-tung Heine's proklamirt zu haben. Sie war es, die ihn alsNachfolger Lord Byrou's in Deutschland bezeichnete. Nochauf seinem Sterbebett gedachte der Dichter in wehmüthigerRückerinnerung der heiteren, schönen Stunden, die er indiesen ästhetischen Salons genossen.

Den geistigen Aiimgungen dieser Gesellschaften ist eswohl auch zu danken, daß in Heine das wüste, jugendlichüberschäumende Wesen zurücktrat und edleren RegungenPlatz machte. Er war ja jetzt ein Dichter mit dem ganzenStolz eines solchen, und hatte höhere Interessen nnd Ziele,als in träumerischer Licbessehnsucht sich zu verzehren. Undmit dieser Erkenntniß war Heine muh ein Dichter, einwahrer Dichter, der, über der Leidenschaft des Herzensstehend, dieselbe um so hinreißender und inniger darstellenkonnte, je tiefer er sie selbst gefühlt und je gründlicher ersie überwunden hatte.

So sehen wir den» auch am 5. Zanuar 1823 Heinedie erste Staffel zu seinem Dichterthron ersteigen — wir