Druckschrift 
Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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Fr. v. Uechtritz, und da saß auch Heinrich Heine, und jubelteund schrie und trieb alle jene genialen Tollheiteil mit, dieda ausgeheckt wurden, jene Zoten und Rohheiten, Träumeund Schnurren, um den Wurm gewaltsam zu morden, derda drinnen im Herzen saß und dasselbe zernagte....

„Za du bist clend und ich grolle nicht!

Mein Lieb, wir sollen Beide elend sein,

Bis uns der Tod das kranke Herz zerbricht,

Mein Lieb, wir sollen Beide elend sein."

Aber sinnlose Ausschweisungen und estnisches Lebensind ein schlechter Trost für ein im Grunde dennoch idealesDichterherz! Aus allen Bacchanalien erwachte doch immerdas Bild seiner unglücklichen Liebe, das ihn überallhinbegleitet, das in allen Dichtungen unter den verschieden-artigsten Namen und Gestaltungen immer wiederkehrt, dasnoch in seinen spätesten Lebensjahren den Dichter nicknverläßt und als düsteres Verhängnis; selbst an seinemSterbebette steht, bis ihn der Tod auch von diesem Traum-bilde befreit!

Nur iil den Armen der Muse fand der Dichter Trostund Ruhe für dem großen Schmerz seiner Seele. Wenner in seinen Liedern sich so recht ausgeweint hatte, dannüberkam ihn ein harmonischer Geist der Ruhe, der Adelder Poesie.

II.

Wieder war es eine Gunst des Geschickes, das nichtso blind die Loose wirft, wie man gewöhnlich annimmt,daß dem jungen Dichter nun aber auch eine neue Weltsich eröffnete, in der seine dichterische Bedeutung zur Aner-kennung gelangte, eine Welt, in der er den tiefen Schmerzseiner verrathenen Liebe ohne Scham vergessen konnte — ich