Ratli mit Ja! geantwortet wurde. Mit aufgehobenen beidenFingern legte derselbe hierauf den Huldigungseid ab.
Ohne den sonst gewöhnlichen Handkuss entfernte sich derRath unter Kniebeugung, und begab sich vor den Römer, umdie Huldigung der Bürger mit anzusehen.
Yor der nach dem Römerberg gewendeten Fa^ade desKaisersaals war ein Balkon angebracht und auf demselbenstand der Thron, auf dem der Kaiser mit dem Schwert in derHand sass. Der Reichsreferendar verlas der in ihren verschie-denen Abtheilungen aufmarschirten Bürgerschaft den Huldigungs-eid vor und der Reichs-Yicekanzler fragte, wie bei der Be-eidigung des Raths, ob man alles wohl verstanden habe ? Auferfolgtes Ja! legte die Bürgerschaft den Huldigungseid gleich-falls ab. Derselbe lautete: „Dem Allerdurchlauchtigsten, Gross-mächtigsten und Unüberwindlichsten Fürsten und Herrn, HerrnHerrn Franz dem Zweiten, erwählten römischen Kaiser, un-serem allergnädigsten rechten Herrn, huldigen und schwören
. ( Bürgermeister U nd R a th ) , ,,
wir ; ° ) dieser Ihro kaiserlichen Ma-
( Bürgerschaft und Gemeine )
jestät und des heiligen Reichs Stadt Frankfurt am Main, treuund gehorsam zu sein, Ihro kaiserlichen Majestät Frommen undBestes zu werben und Schaden zu warnen, und alles zu tliun,das getreue und gehorsame Unterthanen Ihro kaiserlichen Majestät,als ihrem allergnädigsten Herrn, schuldig und pflichtig zu thunseynd, getreulich und ohne Gefährde. Also helfe uns Gott unddas heilige Evangelium.“ Unaufhörliches Rufen: „Vivat Franz!und der Donner von hundert Kanonen endigte diese Feierlichkeit.
In dem Hofe des Zeughauses wurde in Gegenwart vonzwei Rathsdeputirten durch einen kaiserlichen Commissariusdie Judenschaft beeidigt, jedoch von den Rathsdeputirten erklärt,dass die von dem Kaiser verlangte Huldigung der Juden derenPflichten gegen den Magistrat nicht entgegen, sondern mit den-selben gar wohl zu vereinigen seien.