Druckschrift 
Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70

Hüffen, du Held! Damit Sie durch dasselbe der Billigkeit mitGewalt naclitrachten und der Unbilligkeit mit Macht begegnen,die heilige Kirche Gottes und ihre Gläubigen beschützen undbeschirmen, auch solches nicht minder gegen die falschenGläubigen, als gegen die Feinde des christlichen Namens ge-brauchen , Wittwen und Waisen gnädiglich helfen und sie be-schirmen; was verödet ist, wieder aufrichten und dasselbeauch erhalten, was unrecht ist, strafen und was recht gehet,bekräftigen, damit Sie bei dem allen durch den Triumph derTugenden herrlich und durch die Uebung der Gerechtigkeit be-rühmt, auch würdig werden, mit dem Heiland der Welt, dessenEbenbild Sie führen, in seinem Namen ohne Ende zu regieren,der mit Gott dem Yater und dem heiligen Geist lebet und re-gieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die Geistlichen:Amen. Wie der Consecrator die Worte:Gürte dein Schwertum deine Hüften gesprochen, übergab der Kaiser das Schwertdem kur-sächsischen Gesandten, welcher solches in die Scheidesteckte, und hierauf mit Beihülfe des kur-böhmischen Gesandtenden Kaiser damit umgürtete.

Hierauf wurde durch den Ceremoniarius dem Consecratorvon dem Altar ein kostbarer Ring übergeben, welchen er demKaiser mit den ^Vorteil an den Finger steckte:Nehmet hin die-sen Ring, als ein Zeichen königlicher Würde; derselbe seiIhnen zur Erinnerung, dass Sie mit dem wahren Glauben ver-siegelt sind, und gleichwie Sie heute zu einem Haupt und Für-sten über ein Königreich und Volk gesetzt worden, also lassenSie sich angelegen sein, die Christenheit und den christlichenGlauben zu vermehren und zu erhalten, so werden Sie glück-selig sein in allen Ihrem Thun und mit dem König aller Königein allen Ehren leben, welchem Ehre und Herrlichkeit gebühretvon Ewigkeit zu Ewigkeit. Die Geistlichen:Amen.

Darnach nahmen zwei der Assistenten den Scepter undReichsapfel, welche ihnen der Ceremoniarius vom Insignien-Tisch gereicht hatte, und übergaben solche dem Consecrator,welcher dem Kaiser den Scepter in die rechte und den Reichs-apfel in die linke Hand gab mit den Worten:Nehmet hin den