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Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
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Heinrich am Rhein, Bruder des Verstorbenen, die Reichs-In-signien als Intestaterbe an sich; unter päpstlicher Bedrohungdes Bannes musste er sie 1219 an Friedrich II. ausliefern. Danun der Papst hier einschritf, so liegt die Vcrmuthung nahe,dass es nur Reichsheiligthümer waren, um die es sich hierhandelte. Auf Kyburg blieben die an Rudolf I. übergebe-nen Gegenstände so lange, bis K. Ludwig IV. den gefangenenK. Friedrich von Oestreich 1325 nur unter der Bedingung: freigeben wollte, dass er auf das deutsche Reich keine An-sprüche mache, und die königlichen Insignien ihm einhändige.Leopold von Oesterreich glaubte die Unterhandlung der Frei-gebung für gesicherter, wenn er die Insignien herausgehe,und händigte sie Ludwig zu Nürnberg ein, wo er sie dem Volkezur Andacht öffentlich ausstellte. Auch dieser Akt kann nurauf die Reichsheiligthümer sich beziehen. Sie waren jetzt imBesitz Ludwigs IV. Nach dessen Tode übergab dessen SohnLudwig von Brandenburg im J. 1350 solche an K. Karl IV.; dieUrkunde hierüber, welche ein Verzeichniss der Gegenständeenthält, theilt Ludwig goldene Bulle II. S. 267, not. k mit; siewerden hiej- genannt reliquias sacri imperii una cum aliis ad-junctis cimeliis. Karl IV., der eine besondere Vorliebe für Reli-quien und Seltenheiten hatte, brachte sie auf den Karlstein inBöhmen; von hier kamen sie, in Folge des Aufstandes derIlussiteu, nach der Festung Plindenburg bei Vicegrad in Ungarn.Der Kurfürst Friedrich von Brandenburg drang darauf, dassdiese Insignien dem deutschen Reich, dem sie gehörten, zu-rückgegeben werden sollten, worauf der Kaiser Sigismund 1421dieselben zweien Rathsherren von Nürnberg einhändigte, die sienach Nürnberg brachten. Wegen den vielen Reliquien ertheillePapst Martin V. hierzu die Genehmigung, was die folgendenPäpste Pius und Nicolaus bestätigten, mit dem Anhang, dassdieselben jährlich 12 Tage nach Ostern dem gottesfürchtigenVolke gezeigt werden sollten, das hierdurch Ablass erhielt. Diesist auch geschehen, so lange Nürnberg zur katholischen Religionsich bekannte; de Ludwig de Norimberga insignium irap.tutel. cap. II. Hier blieben sie bis zur Erlöschung des deut-