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Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
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Wahl beendigt sei, und diese beiden Oeffnungen zur Darreichungvon Lebensmitteln angebracht wurden. Wenigstens musste je-desmal auch bei der letzten Wahl noch während der Zusam-menkunft im Conclave der Reichs-Erbtliürhiiter den Eingang be-wachen. Auf das Zustandekommen der Wahl bezog sich auchjene Vorschrift der goldenen Bulle, dass mit dem 31. Tag dieWahlfürsten nur Wasser und Brod gemessen sollten, bis dieWahl beendigt sei. Das Innere der Wahlkapelle Taf. III.war mit Freskobildern bemalt. Was der Gegenstand derselbenwar, kann man nicht mehr erkennen; denn theilweise sindsolche völlig zerstört, an andern Stellen kommen nur nach Ab-kratzung der dreifachen Tüncherkruste einzelne Köpfe vonWachsmalerei zum Vorschein. Die Gurten waren, Und zwar dieBlenden roth, die Hohlkehle blau und die Platten roth mit gol-denen Sternen. An den vier Schlusssteinen der Gewölbe sindbemerklich: der Kopf des Heilands, die Mutter Gottes mit demKinde, das Agnus dei und der heil. Bartholomäus.

Diese kaiserliche Wahlkapelle, welche nicht allein durch diedarin stattgehabte Wahl, sondern mehr noch durch den derdeutschen Nation vom Kaiser hier abgelegten Eid in politischerBeziehung Deutschlands Heiligthum ist und dcsshalb jährlichvon Tausenden betreten wird, ward von der Behörde seithergänzlich vernachlässigt, selbst durch hineingestellte Schränkezur Bewahrung der Pontilikalien verunstaltet. Dass bei derjüngsten Herstellung des Innern der Domkirche nicht auch dieAufmerksamkeit auf die kaiserl- Wahlkapellc gelenkt wurde,zumal das Hohe Kaiserhaus der Habsburger so reiche Spendenzu der Herstellung der Wahl- und Krönungskirche seiner Ahnenerlheilte, ist wirklich zu bedauern und kann man nur wünschen,dass die Wahlkapelle der deutschen Kaiser in ihren ursprüng-lich reinen Formen restaurirt und würdevoll wieder hergestelltwerde.

Die Ordnung, wie die Wahl der goldenen Bulle, späterenVerfügungen und dem Herkommen gemäss, jedesmal voll-zogen werden sollte, wurde unter Zugrundlegung der vorher-gehenden bei jeder neuen Wahl von den Kurfürsten entworfen.

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