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letzten Jahrzehnt eine so merkwürdige Wandlung zn Gunstendes einst so vielgeschmähten Dichters erfahren hat.
Wenn man die Wandlungen dieses Urtheils verfolgenwill, so braucht man sich nur an die Familie Hillebrandselbst zn halten. Joseph Hillebrand, der Vater, fällt 1846in seiner „Deutschen Nationalliteratur" ein hartes, ja ver-nichtendes Urtheil über Heinrich Heine; Karl Hillebranderklärt sich 1876 öffentlich als ein aufrichtiger Verehrerdes Dichters und läßt seinen Schöpfungen wie seinem Cha-rakter volle Gerechtigkeit widerfahren. So mächtig war derUmschwung zu Gunsten Heines innerhalb dreier Jahrzehnte.
Und auch das spricht schon zn Gunsten des Dichters,daß er, der Joseph Hillebrands scharfe Kritik über seineSchöpfungen sehr genau kannte, den Sohn, Karl Hillebrand,1849, also drei Jahre später, als dieser, nachdem er dreiMonate in den Kasematten von Rastatt wegen Betheiligungam badischen Aufstände gesessen, dann nach Paris entkommenwar, daselbst in der herzlichsten und freundschaftlichsten Weiseaufnahm. Eilt im drittelt Semester von der Universitätweggelaufener Student, ein badischer Freischärler, konnteKarl Hillebrand dem Dichter damals nur wellig Anregungbieten. Auch sein ganzes persönliches Auftreteil war nichtgerade besonders anmutheud. Dennoch fesselte ihn Heinean sich.
Karl Hillebrand war Heines erster Privatsekretär.
Es ist bekannt, daß mit den Stürmen des Jahres1848 auch in Heines Lebeil die große Katastrophe herein-brach. Er konnte nicht mehr aufrecht sitzeil, nicht mehrsehen, nicht frei gehen und natürlich auch nicht mehr schreiben.Aber peinlicher als alle körperlichen Leiden war ihm geradedas Diktiren. Es dauerte lange, bis er sich varan gewöhnte,seine Gedanken vorher im Kopfe sorgfältig zu redigireuund sie durch einen Fremdeil aufschreiben zn lassen. „Ich