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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
206
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Das letzte Mal trat Mathilde Heine anläßlich derMemoiren-Frage in den Vordergrund des öffentlichen Inter-esses. Es ist wichtig, den Stand dieser Frage nach derStellung der einzelnen Familienmitglieder und FreundeHeines zu derselben zu präcisireu. Zn eiuem der nächstenAufsätze dieses Buches soll dies ausführlich geschehen.*)

Am l 7. Februar 1883 ist Mathilde Heine im 68. Lebens-jahre gestorben. Sie ruht neben ihren: Gatten auf demMontmartre. Fassen wir Alles zusammen, was über siezu sagen ist au Vorwurf und Vertheidigung, so ergiebtsich: Sie war keine hochbegabte, feingebildete Frau, dietheilnehmeud einwirken konnte auf das dichterische Schaffenihres Mannes, aber sie besaß einen gesunden Mutter-witz, eine beständig frohe Laune, eine harmlose Naivetät,die Heine stets entzückten nnd bezauberten, und was überAllem ist: Sie war ihm eine treue, hingebende Gattin inglücklichen, noch mehr aber in trüben Tagen bis zum Todeund über den Tod hinaus. Sie gab Heine das Glück einer

*) Zch möchte bei diesem Anlasse noch erwähnen, daß Heine zu den-jenigen Schriftstellern gehört, über die am meisten falsche Daten undMit-thcilungen im Schwange sind. So schleppte sich lange die Ente durch alleZeitungen, daß Heine mit KarlMarx zusammen in Paris ein JournalVor-wärts" herausgegeben habe. Das ist nun aber nicht wahr. DenVor-wärts" haben H. Börnstein und Ch. Bernays herausgegeben und Heinehat im Ganzen etwa fünf kleinere Gedichte beigesteuert. Aber damitnoch nicht genug. Später folgte wieder in einer ganzen Anzahldeutscher Zeitungen die Notiz, daß Heine mit Marx und Rügein ParisI-ss ^.nvalss?ranoo-^.IIeman<1ss" herausgegeben. Natür-lich handelt es sich hier um die bekanntenDeutsch-französischen Jahr-bücher", die Marx und Rüge herausgegeben und in denen dreiBeiträge Heines enthalten sind. Um allen künstigen Enten vorzu-beugen, wird es vielleicht gut sein, zu constatircn, daß Heine nureinmal ein halbes Jahr lang mit vr. Lindner in München diePo-litischen Annalcn" herausgegeben, sonst aber kein Blatt rcdigirt odersich je an einem solchen redactionell betheiligt hat.