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„Ich war, o Lamm, als Hirt bestellt,
Zu hüten dich auf dieser Welt;
Hab' dich mit meinem Brot geätzt,
Mit Wasser aus dem Born geletzt.
Wenn kalt der Wintcrsturm gelärmt,
Hab' ich dich an der Brust erwärmt.
Hier hielt ich fest dich angeschlossen:
Wenn Rcgcnstürmc sich ergossen,
Und Wolf und Waldbach um die WetteGeheult im dunklen Felscnbette,
Du bangtest nicht, hast nicht gezittert.
Selbst wenn den höchsten Tann zersplittertDer Wcltcrstrahl — in meinem SchoßDu schliefest still und sorgenlos.
Mein Arm wird schwach, es schleicht herbeiDer blasse Tod! Die Schäferei,
Das Hirtcnspicl, es hat ein Ende.
O Gott, ich leg' in deine HändeZurück den Stab. — Behüte duMein armes Lamm, wenn ich zur Ruh'
Bestattet bin — und dulde nicht,
Daß irgendwo ein Dorn sie sticht —
O schütz' ihr Fließ vor DornenheckenUnd auch vor Sümpfen, die beflecken;
Laß überall zu ihren FüßenDas allerliebste Futter sprießen;
Und laß sie schlafen, sorgenlos,
Wie einst sie schlief in meinem Schoß."
Natürlich suchte sie Heine oft dazu zu bewegen, alleiltoder iu fremder Gesellschaft auszugehen. Erwachte dannin der muntern Französin die Lebenslust und ging sie geputztvon dannen, dann entstanden wohl Eifersucht und Argwohnin dem Dichter. Führte nnn in einem solchen Augenblickein tinglücklicher Zufall einen literarischen Freund zu Heine,so war jener natürlich Ohrenzeugc seiner grausamen Scherze,seiner wehmütigen Klagen, ja oft seiner gräßlichen Schmerz-ausbrüche. Deßhalb sind alle Anekdoten auch von der