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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
189
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Gespräch mir Lammenais. Zu der Thal, es gilt von Heinenoch mehr wie von Börne, was er selbst von diesem be-hauptete: In der Seele dieses Mannes jauchzte und bluteteeine rührende Vaterlandsliebe, die ihrer Natnr nach ver-schämt, wie jede Liebe, sich gern unter knurrenden Schelt-worten und nörgelndem Mnrrsinn versteckte, die aber in un-bewachter Stunde desto gewaltsamer hervorbrach!

Und eine solche unbewachte Stunde war wohl auchdie, in der er die protestantischen Ideen dem republikanischenKatholicismus gegenüber mit allen Waffen der Satpre undund des Geistes vertheidigle. Insofern hat jener Besuch eineüber das Persönliche hinausgehende, allgemeine Bedeutung,und wir freuen uns, zu hören, was Laube berichtet:Erherrschte bei diesem Lever wie ein Imperator des Geistes!"

Lammenais aber, dem vor Allem daran liegen mochte,den Eindruck seiner Niederlage abzuschwächen, suchte durchverdoppelte Liebenswürdigkeit gegen jedes einzelne Mitgliedder Gesellschaft wieder das verlorene Terrain zu gewinnen.Schließlich wandte er sich auch an Heinrich Laube und fragteihn nach den Kölner Wirren, die damals alle Welt be-schäftigten, nach dem Posener Erzbischof Dnnin und denkirchlichen Streitfragen in Deutschland. Er versicherte ihm,daß er den Deutschen das Beste in diesen Fragen zutraue,daß er die größte Hochachtung für die deutsche Wissenschaftund Bildung hege, daß er die deutsche Sprache gern ver-stehen und Deutschland kennen lernen möchte. Eine edleRevanche des geistvollen Priesters an Heine, der fächelndzuhörte und seinem Freunde schließlich, zuflüsterte:Mehrkönnen Sie doch unmöglich verlangen!"

Damit endete zur allgemeinen Zufriedenheit jenes Leverbei George Sand, bei dem zum ersten Mal vielleicht einDeutscher das große Wort geführt, und vielleicht auch zumersten Mal der Sensualismus den Spiritualismus besiegt hat.