Müller von Königswinter, gleichfalls ein warmer Ver-ehrer Heines, war in den vierziger Jahren einmal zu längeremAufenthalt nach Paris gereist und wollte gern Heine kennenlernen. Eines Morgens erhielt er eine Karte, deren Inhaltungefähr also lautete: «Uns ckaius, gns Vorrs eouuaisss?,ckssirs Vorrs parier. Irorrvs? Von» cksiuaiu vsrs ruickirue Ilivvii ä 1a parte eis 1a maisou i>r. 22." Au einemwetterwendischen Märzmorgen machte sich der junge Poet,der irgend ein lustiges Abenteuer witterte, zur bestimmtenZeit auf die Wanderung nach der ins Uivoli. Bald fander auch die Nummer des Hauses, das mit einem Bretter-gerüst umgeben war. So konnte Müller durch die Ritzeder Bretter den Verlauf der Begebenheiten ruhig abwartendmit ansehen. Aber die geheimnißvolle Dame erschien nicht.Endlich erblickte er durch die Planken — Rochau, einen jour-nalistischen Tischgenossen ans der Pension, in der er von dermysteriösen Einladung Tags zuvor erzählt hatte. Auch dieser sahsich nach allen Seiten um und versteckte sich dann in einemBogengang der Arkade», die sich durch jene Straßen durch-ziehen. Alsbald stieg in Müller die Vermuthung auf, daßer das Opfer eines schlechten Witzes geworden, den einerder Freunde, wahrscheinlich Dingelstedt, ausgeheckt habenmochte. Er trat an den erstaunten Rochau heran; sie ver-glichen nach einigen Redensarten ihre Billets miteinanderund erkannten, daß mau sie einfach düpiert hatte. Raschergriffen sie das Hasenpanier, damit die Anstifter dieserKomödie sie nicht mehr erblicken und verspotten konnten.Aber sie waren kaum zwanzig Schritte gegangen, als Rochaulachend ausrief: „Da kommt ja auch Heine; er hat sichebenfalls an der Nase herumführen lassen!" Und dannredete er den Dichter an: „Nun Heine, haben Sie auch eineEinladung erhalten?" „Ei freilich!" lautete die Antwortund er zog sein Billet aus der Tasche. Alle drei waren
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