uns und unsere Kiudeskiuder. Es stirbt nichts, was lebendiggewesen/' — „Wohl gesprochen, junger Maulwurf," ant-wortete Heine lächelnd, „die Weltgeschichte ist die Lebens-versicherung derjenigen, welche durchaus eine Rente brauchen."
Zu den fünfziger Jahren sah Laube seinen FreundHeine zum letzten Mal auf der vielberufeneu Matratzen-gruft. Bald darauf starb der Dichter nach fast zehnjährigerLeidcnszeit. Doch nein, er starb nicht; diesmal hat Weil!recht: es stirbt nichts, was je lebendig gewesen! Nicht nurin seinen Werken, sondern anch in seinen Freunden lebteHeine fort, die noch eine ganze Generation über seineilWerth und seine Bedeutung belehren und fast eilt Viertel-jahrhundert lang alle feindseligen Angriffe und gehässigenVerleumdungen, die anch den lodten Dichter nicht schonten,abwehren konnten. Wie viel Laube nach dieser Richtunghin persönlich und literarisch geleistet hat, das zu schildern,geht über den Rahmen dieser Skizze hinaus. Aber wohldarf man sagen, daß ihm ein hervorragender Antheil ander richtigen Würdigung und Anerkennung gebührt, dieHeinrich Heine in den letzten Jahrzehnten doch endlich imdeutschen Vaterlande gefunden hat.
-I- -i-
Beruhte die Freundschaft zwischen Heine und Laubeim letzten Grunde doch auf einer gewissen literarischenInteressengemeinschaft, so waren die Beziehungen des Dichterszu dem zweiten der hier vorzuführenden Freunde rein per-sönliche, da die Sphären, in denen sie lebten, weit von ein-ander entfernt lagen. Heine hat bekanntlich nichts oder dochnur sehr wenig von Musik verstanden, seine Beziehungen zuHiller galten also nur dem Menschen, weniger dem Künstler,gar nicht dem Schriftsteller, als welcher Hiller eigentlicherst nach dem Tode Heines mit Erfolg aufgetreten ist.
11*