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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
155
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Thräncn in seiner Glimme, so oft er von Deutschlandsei es auch nur im Scherze sprach.

Auch über religiöse Dinge sprach Heine sehr oft. Erwar sehr ungehalten über das Gerücht, das damals sich ver-breitete, er sei zur katholischeil Kirche übergetreten. Waser über seinen eigenen Glaubeil gesagt, das, meine ich,würde iir England nicht verstanden werden. Auch möchteich nicht die Gefühle eines Sterbenden verrathen.

Der Eindruck, den Heine auf mich machte, war einso tiefer und schmerzlicher, daß ich mich nur schwer derThränen beim Scheiden enthalteil konnte, um den Leidendennicht aufzuregen. Die letzteil Tage, da ich ihn gesehen,werden mir unvergeßlich bleibeil, wie das bleiche, traurigeGesicht lind die Gemüthstiefc des armen Heine.

Damit schließt Lady Duff Gordon ihre Erinnerungen,die ich ziemlich wortgetreu zu übersetzen gesucht habe. Hin-zuzufügen wäre denselben wellig, es sei denn die Bemerkung,die sich gewiß jedem unbefangenen Leser voll selbst aufdrängt,daß das Bild des leidenden Heine in diesem Spiegel ganzanders reflektirt, als in dem, den lins Herr Weill zeigenmöchte. Aber auch die Erscheinung der Frau hebt sich vondem Hintergrunde ihrer Erinnerungeil vortheilhaft ab. Wirerkenneil in ihr eine hochbegabte, tief empfindende, zart be-saitete und vornehme weibliche Natur und wenn wirihre Mittheilnngeu mit denen vergleichen, welche deutscheLiteraten ruuseuliui gleichwie teuriuiui Akusris meistals Indiskretionen aus dem Leben Heine veröffentlichten, sogewinnt das Bild, das wir uns voll Lady Duff Gordonentwerfen, immer mehr all Licht und Farbe. Wir findendas lebhafte Interesse begreiflich, das Heine für sie empfundenund erkenneil sie für wcrth lind würdig, dem Kranze edler