erhielt ich ein Briefchen, das sehr mühevoll mil Bleistiftgeschrieben war und folgendermaßen lautere:
„Hochgeehrte, großbritanischc Göttin Lucic!
Ich ließ durch den Bedienten zurückmelden, daß ich, mit Aus-nahme des letzten Mittwochs, alle Tage und zu jeder beliebigenStunde bereit sei, z-our (Zoläsüip bei mir zu empfangen. Aber' ich habe bis heute vergebens auf solche himmlische Erscheinunggewartet. Ue tarckea plus a vsnir! Vone2 aujourck'üui, veno?,sonrent, Vous ckemsure? si pres cls moi, dein armen Schattenin den Elyfäischen Feldern! Lassen Sic mich nicht zu lange warten.Anbei schicke Ihnen die vier ersten Bände der französischen Aus-gabe meiner unglückseligen Werke. Unterdessen verharre ich IhrerGöttlichkeit untcrthänigstcr und ergebenster Anbeter
H. Heine.
51. L. lös Parsau ckranle gruvl nmter."
Zch giltg sofort zu ihm und kletterte mühselig dieTreppen hinauf in ein kleines Zimmer, wo ich Heine aufdemselben Matratzcuberg liegend fand, wie vor Monatelt.Seilt Aussehen war noch mehr leidend. Er war abgezehrtwie eilt Schatten. Aber das Gesicht harte durch das Leideneinen ihm vordem fremden, schönen Zug erhalten. Heinewar sehr freundlich zu mir und sagte: „Ich habe jetzt mitder ganzen Welt Frieden gemacht, und endlich auch mitdem lieben Gott, der schickt mir Dich nun als schönenTodesengel; gewiß sterb' ich bald." Zch erwiderte: „ArmerDichter, bleiben Ahnen doch immer noch so viele herrlicheIllusionen, daß Sie eine reisende Engländerin für Azraölansehen können? Das war sollst nicht der Fall, Sie konntenuns ja nicht leiden." Darauf Heine: „Za mein Gott, ichweiß gar nicht, was ich gegen die Engländer hatte, daß ichimmer so boshaft gegen sie war; es war aber wahrlich nurMuthwillen; eigentlich haßte ich sie nie, und ich habe sieauch nicht gekaum. Zch war einmal in England, kannteaber Niemand und fand London recht häßlich, und die