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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
146
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Dichter Einiges erzählt, aber er hat, wie ich glanbe,nicht aus ersten Quellen geschöpft und darum vielleichtauch weil es in die Oekonamie des Buches nicht gut paßte nicht Alles berichtet. Es scheint nun aber durchaus nöthig,immer und immer wieder darauf hinzuweisen, daß die Be-ziehungen Heines zu den Frauen uns ein ganz anderesBild von seinem Charakter geben, als man sich gewöhnlichvorstellt. So vieleFreundinnen" Heines bekannt gewordensind, fast stels waren es bedeutende, geistvolle und reine,über jeden Verdacht erhabene Frauengestalten. die in Heineden Dichter verehrten. Das bekannte Geständnis; im Nach-laß, das bei Vielen ein ironisches Lächeln hervorgerufen,wird Jedem, der einen genauen Einblick in dieses Tichter-leben gethan hat, durchaus glaubhaft erscheinen. Und diesenFrauen reiht sich Lady Duff Gordon von der hierdie Rede sein soll nicht nur ebenbürtig an, ja sie über-ragt die meisten durch ihre geistige Bedeutung und ihrewahrhaft liebenswürdige Theilnahme für den deutschenDichter.

Sie war eine reiche Engländerin, die Tochter einesStaatsbeamten John Austin, und wurde am 24. Juni 1821in London geboren. Ihre Eltern schon hatten besondereSympathien und Beziehungen zu Deutschland. Als JohnAustin zum Professor des Zivilrechts an der damals neu-gegründeten Londoner Universität ernannt wurde, ging erzunächst nach Bonn mir seiner Familie, um sich da fürseinen Berns vorzubereiten. Da lernte auch die kleine LucieDeutsch sprechen und lesen. Später wurde sie nach englischerSitte in ein Pensionat gebracht, und von da aus schriebdas zwölfjährige Mädchen an ihre Eltern und Patheu Briefe,die von so scharfem Verstände, so reichen Gemüthsanlageuund einer so klaren, heiteren Weltanschauung zeugen, daßich es wirklich nur aus Rücksicht auf den mir zugemessenen