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sind noch zu heftig, als daß ich geduldig die Hand ertragenkönnte, die sich darauf legt, um sie zu zählen. Was ichbewundere, was ich hasse, was ich hoffe, das hat seineWurzeln so tief in meiner Seele, daß es schwer sein dürftees bloßzulegen. Oft versuchte man es in feindlicher Absicht— ich antwortete mit Stillschweigen. Heute thun Siees mit Freundeshand — und dem Freunde werde ich Ant-wort geben."
Das war eine tüchtige Lektion für Heine, und sie paßtWort für Wort auch auf die modernsten literarischen Ver-hältnisse. Nicht minder wuchtig ist die Anwort, die Lißtnun auf die Bemerkungen Heines über seine Beziehungenzu den Saint-Simonisten und zu Ballanche macht. Derganze Brief ist indcß zu interessant und charakteristisch, alsdaß man ihn nicht der allgemeinen Lektüre angelegentlichstempfehlen sollte, statt ihn durch aus dem Zusammenhanggerissene Citate zu analpsiren. Zch bemerke deshalb nurnoch, daß Lißt schließlich, da er merkt, daß seine Lektiondoch zu scharf geworden, mit den Worten einlenkt: „Dochgeben wir diesen feierlichen Ton auf, der fast wie ein Vor-wurf klingt, während ich Ihnen doch im Gegentheil denwärmsten Dank weiß!"
Heine müßte nicht Heine gewesen sein, wenn er solchenDank von dieser Seite nicht richtig taxirt und die derbeLektion ruhig eingesteckt hätte. Zwar eine Antwort ansdiesen Brief besitzen wir nicht, aber wir bemerken fortanin allen Berichten Heines über Lißt eine gewisse Kühle, einironisches Freundschaftslächcln, eine vornehm herablassendeArt der Besprechung, die wir wohl auf den Eindruck jenerZurechtweisung zurückführen dürfen. Dazu dürfen wir nichtvergessen, daß der alternde und kränkelnde Dichter dieses„Zeitalter der Musik", diese „klingende Sündflnth", die da-mals über die Welt hereingebrochen war, nicht ohne Verdruß