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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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wir immer der Stadt und der Gasse und jenen Gestalten,die die Anregung zn diesem Juwel humoristischer Prosagegeben haben.

Es kann als sicher gelten, daß diese portraitähnlichcnGestalten Heine's ans wirkliche Modelle zurückzuführen sind,die ihm zu seinen Schilderungen gesessen. Wer weiß, ober nicht in Beitel Rindsköpfchen eine Satire auf seinen altenChef darstellen und daß er im Nasenstern einen seiner eigenenGegner empfindlich treffen wollte, ist bekannt derselbewar ein Verwandter Rmhsckid's und Börne's; aber derHumor in diesem Kunstwerk ist ein milder und versöh-nender, es fehlt ihm noch jene ätzende Lauge, jenes scharfeBeiwerk, durch welches Heine später seine besten humo-ristischen Schöpfungen oft in empfindlicher Weise geschädigthat. Dennoch aber ist die Empfindung keine ungemischte.Gerade aus diesem humoristischen Capriccio heraus hören wirauch schon die Töne der Trauer und die Klagen jenes alters-grauen Zudcnschmerzes, der nur eine Provinz in demgroßen Reich des Weltschmerzes bildet, der uns aberHeine's Herzensvorhang aufdeckt und zeigt, wie er im letztenGrunde doch nur ein armer Nazarcner gewesen, der sichzwar gern in glücklichen Stunden zum sonnigen Hellenenaufschwang, der aber auch selbst, als ihn die Wogen desJudenhasses nicht mehr umbrandeteu, das Leid seiner un-glücklichen Siammesgenossen nimmer vergessen konnte.Ver-welke meine Rechte, wenn ich deiner vergesse, Jeruscholajim!"sind ungefähr die Worte des Psalmisten, und es sind nochimmer die meinigcn", schrieb er an seinen Freund Moser,da er sich mitdenVorarbeitenzuseincmRabbivonBacharach"beschäftigte, und indem er zu diesem Zwecke liiskovia jnckaiea,trieb, offenbarte sich ihm immer mehr und mehr der Geistder jüdischen Geschichte.Ganz eigene Gefühle bewegenmich", schreibt er,wenn ich jene traurigen Annalen durch-