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„Krämernest" in einem geharnischten Sonett Luft, in welcheser wohl ein gut Theil seiner eigenen Verbitterung hinein-getragen hat.
So oft sich ihm ferner die Gelegenheit darbietet, kommt erauf die Emanzipation der Frankfurter Juden und den Juden-haß der Frankfurter Bürger zu sprechen. Auch iu der „Harz-reise" briugt ihu ein junger Kaufmann, „ein langes Brech-pulver iu braunem Oberrock", der neben ihm ein Zimmerbezogen hatte, auf dieses Thema, indem er ein Gesprächmit ihm anknüpste. „Er war ein Frankfurt-am-Mainerund folglich sprach er von den Juden, die alles Gefühlfür das Schöne und Edle verloren haben und englischeWaaren 25 pCt. unter dem Fabrikpreise verkaufen, und erschloß mit der Bemerkung: „Die Empfindung ist doch dasschönste Gefühl!" Es ist den Lesern bekannt, wie Heinediesen jungen Kaufmann mit seiner „kreideweißen Nacht-mütze und safrangelben Jacke von Gesuudheitsslauell" mpsti-fizirte, indem er ihm einredete, er sei Nachtwandler.
Als Heine in seiner Beurtheilung des Shylock in „Shake-speares Mädchen und Frauen" wieder auf den Haß desVolkes gegen die Juden zu sprechen kam, citirte er einenPrivatbrief, den er aus Frankfurt a. M. erhalten und derüber diese damals so wichtige Frage in eingehender undklarer Weise sich ausspricht. Dort heißt es: „Hier inFrankfurt z. B. dürfen jährlich nur zwanzig Bekenner desmosaischen Glaubens Heirathen, damit ihre Population nichtzunehme und den christlichen Handelsleuten eine allzu starkeKonkurrenz erzeuge. Hier tritt der wirkliche Grund desJuden-hasses mit seinem wahren Gesicht hervor und dieses Gesichtträgt keine düster-fanatische Mönchsmieue, sondern die schlaffenaufgeklärten Züge eines Krämers, der sich ängstigt, inHandel und Wandel von dem israelitischen Geschäftsgeistüberflügelt zu werden." „Sehen Sie", so schließt dieser