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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
84
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ziehe es vor. die persönlichen Begegnungen zwischen Heineund Grillparzer weiter zu erzählen.

Es ist anzunehmen, daß Heine Grillparzer seinen Gegen-besuch gemacht hat, obwohl sich in dem genau geführtenTngebuche des Letzteren keine Notiz hierüber befindet. Da-gegen meldet Grillparzer von einem Zusammentreffen mitHeine bei eincmDiner imHause des Baron James v. Roth-schild und zwar in zwei verschiedenen, sich widersprechendenVersionen, von denen die des Tagebuchs, wie ich sofortnachweisen werde, unbedingt den Vorzug hat. Diese lautet:Freitag den 6. Mai .... Hierauf zu Rothschild zu Tische.... Heine ist da, unwohl, leidend. Man sekirt ihn sehr,ue uoekut, wie mau sage .... Heine war nicht sehr an-genehm und ging bald." In der Selbstbiographie dagegenerzählt Grillparzer:So sehr mir Heine im Gespräch untervier Augen gefiel, ebenso sehr mißfiel er mir, als wir einpaar Tage später bei Rothschild zu Mittag waren. Mansah wohl, daß die Hauswirte Heine fürchteten, und dieseFurcht mißbrauchte er, um sich bei jeder Gelegenheit verdecktüber sie lustig zu machen. Man muß aber bei Niemandessen, dem mau nicht wohlwill, und wenn mau Jemandverächtlich findet, muß mau nicht bei ihm essen. Es setztesich daher ancb von da an unser Verhältniß nicht fort."

Ich glaube, Grillparzer hat Heine mit dieser Bemerkungbitteres Unrecht zugefügt. Wie dieser sowohl James v.Rothschild als auch dessen Gattin schätzte und achtete, istzur Genüge bekannt. Zahllose Belegstellen ans seinen Werkenund Briefen, aus seinen vertrautesten Unterhaltungen mitFreunden und Feinden des Hauses Rothschild erhärten dieseThatsache unwiderleglich. Er achtete in dem Baron Jamesv. Rothschild das Genie des Geldes und der Wohlthätigkeitund in seiner Gattin eine der geistvollsten, edelsten undliebenswürdigsten Damen, der er das bekannte Gedicht in