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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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mit dem Geist und der Moral unserer Zeit, welche beidedurch das Christenthum ausgebildet worden. Dies grause,blind, unerbittliche Sckncksalswalten verträgt sich nicht mitder Zdee eines himmlischen Vaters, der voller Milde undLiebe ist, der die Unschuld sorgsam schützet und ohne dessenWillen kein Sperling vom Dache fällt."

Die Einwendung Grillparzer's kann man sich ungefährdenken, oder, wenn dies nicht der Fall ist, in seinen „Aest-hetischen Studien" nachlesen. Dort wird man auch einemabschließenden Urtheil Grillparzer's über Heine begegnen,das er sich aber wohl schon früh gebildet haben muß, daes die spätere Entwickelung des Dichters uicht mit einschließt.Grillparzer sagt: „Heine ist für jeden Fall eine sehr begabteNatnr. Erstens hat er viel Verstand — eine neuerer Zeituuter den deutscheu Literatoren sehr seltene Eigenschaft. SeinTalent ist vorzugsweise satirisch, verspottend, in welcher Rich-tung auch seine Einbildungskraft höchst objektiv, bildlich ist.Was seine Poesie als Ausdruck der Empfindlichkeit betrifft,so hatte er wohl in seiner Zugend, der überhaupt edlereGefühle eigen sind, poetische Erhebungen, die, verstärkt durchden Einfluß fremder Prodnctionen, namentlich Goethe's,einige wahrhafte Gedichte zu Stande brachten. Das verlorsich bald, und erst, am Ausgange eines dissoluten Lebens,aufs hoffnungslose Krankenlager geheftet, kam eine abge-nöthigte Einkehr in sich selbst, eine Erinnerung an die Zugend-gefühle, vielleicht ein Wunsch, die eigene Nichtswürdigkeitvor sich selbst zu verbergen, über ihn, daher man auch vonseinen Versen nur die ersten (in den Reisebildern) und einigeseiner letzten als Gedichte ansprechen kann, indeß man dieaus der mittleren Zeit, wenn sie nicht verspottend sind,geradezu als schlecht bezeichnen muß. Wie es aber mit derWahrheit der Empfindung, der eigentlichen Quelle der Poesie,bei ihm steht, zeigte sich schon daraus, daß er die scheinbar