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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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»Iis Land und Menschen in den wahren Umrissen und denwahren Farben, womit sie Gott umkleidet. Und nun er-hebt sich Heine zu wahrhaft erhabenem Schwung, in-dem er verkündet: „Das ist ein Verdienst Goethe's, daserst spätere Zeiten erkennen werden; denn wir, die wirmeist Alte krank sind, stecken viel zu sehr in unseren kranken,zerrissene», romantischen Gefühlen, die wir aus allen Län-dern und Zeitaltern zusammengelesen, als daß wir un-mittelbar sehe» könnten, wie gesund, einheitlich und plastischsich Goethe in seinen Werken zeigt . . . Spätere Zeitenwerden, außer jenem Vermögen des plastischen Anschanens,Fühlens und Denkens, noch Vieles in Goethe entdecken,wovon wir jetzt keine Ahnung haben." Wer sich zu solchenAnschauungen erheben konnte, der war selbst gesund undhatte inmitten einer Zeit voll Unklarheit und romantischerWirrniß sich den freien und klaren Blick bewahrt für diewahrhaft antike Größe Goethe's, wie für alle Erscheinungendes Lebens und der Geschichte. Solche Beobachtungen undAnschauungen kehren fortan in den Gedichten und SchriftenHeine's immer wieder; sie weisen auf de» große», nochlange nicht genügend gewürdigten Einfluß hin, den dasStudium Goethe's, seine plastische Ruhe und seine antikeRaruranschaunng auf Heine ausgeübt haben.

Und wenn Goethe in jener erhabenen Vision von demjugendlichen Sängernachwnchs seines Volkes neue Sonnen-Aare fliegen, die deutsche Eiche zum Weltvergnügen wachsenund sich ausbreiten sieht, und darauf in ahnungsvollerFreude sein poetisches Zukunftsbild mit den Worten schließt:

„Und wenn sich meine grauen Wimpern schließen,

So wird sich noch ein mildes Licht ergießen,

Nor dessen Wicderschcin von jenen Sternen

Die späten Enkel werden sehen lernen

Und in prophetisch höheren Gesichten

Von Gott und Menschheit Höh'rcs zu berichten —"

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