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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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IV.

Du, Liebchen, hast mirs versichert,

Ich, Liebchen, glaubte es fast;

Von Dir war es gar so dumm nicht.

Daß Du's versichert hast:

Doch das ich beinah' es glaubte,

Das leg' ich mir zur Last.

V.

Der Trauerspiele sah ich schon viel,

Zch weinte so manche Thräne,

Doch hatte kcin's ein so trauriges End',

Als jene rührende Scenc:

Du spieltest darin die Hauptperson,

Ich kniete zu Deinen Füßen —

Wie täuschend machtest die Unschuld Du,

O schönste der schönen Aktricen!

H. Anselmi.

Auch der folgende Jahrgang dieses „WesttentschenMusenalmanachs" — der zweite und letzte — enthält nebsteitlem Beitrag von Heine („Gekommen ist der Maie") „ZweiLieder für Liebe und Freundschaft", ein paar ähnliche Ge-dichte von H. Anselmi. Der dichterische Werth dieser Poesienist kein erheblicher; aber man wird zugestehen müsseil, daßdie poetische Eigenart Heine's in denselben fast durchwegsglücklich parodirt ist. Wenn Heine, dessen Poetcneitelkeitgar schnell verletzt werden konnte, sich solchen Spott gefallenließ, mochte er wohl des Goethe'schen Wortes gedenken:„Wer sich nicht selbst zum Bestell habeil kann, gehört nichtzu den Besten." Aber er wußte wohl auch, daß diese Scherzevon einem aufrichtigen Freunde kamen, der ebenso gernbereit war, mit feierlichem Ernst seine dichterische Mission an-zuerkennen und vor allem Volk zu vertheidigen. Und erlaubtesich wohl auch gelegentlich, Gleiches mit Gleichem zu ver-gelten, und ail dem Freunde seine scharfe Satyre auszulassen.

Manche dieser trefflichen Scherze finden wir in Heine's