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Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
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verwendet. Doch blieben seine Fundamente im Grunde steckenund dem Interesse des jetzt regierenden Königs von Preussenfür die Geschichte der Vorzeit war es Vorbehalten, den ganzenkleinen Bau in seiner ursprünglichen Form wieder erstehenzu lassen.

Was die Schriftsteller von einem Wahlfeld zu Frankfurt(Vgl. Ki r chn c r I. 114) reden, und dass der Neuerwählte beistreitigen Wahlen sechs Wochen und drei Tage vor den Thorender Stadl seine Gegner erwarten müsse, halten wir für einenIrrthum. Nicht rechtliches Herkommen, sondern eine einfachepolizeiliche Vorsichtsmassregel des Stadtraths war es, bei Strei-tigkeiten um die deutsche Krone die Streitenden nicht in dieStadt einzulassen, was leicht zu einem Kampf in den Strassenführen konnte. Diese Massregel treffen wir bei den Wahlenvon Ludwig IV. und Friedrich von Oesterreich, bei Karl IV. undGünther, bei Rupert und Wenzel, bei Sigismund und Jodocus.Man wollte sehen, welcher Kronkandidat über den andern siegte,man wollte gleichsam ein Gottesurtheil für den rechtmässigenKönig abwarten. Vgl. Römer-Büchner; Die Wahl- und Krö-nungskirche der deutschen Kaiser, S. 26.

Der Ort der Wahl selber war nun die Capelia regia oderimperatori a in der Bartholomäi kirche, welche wahrscheinlichKarl IV. selbst erbauen liess. Römer-Büchner a. a. 0. S. 37.Sie befindet sich auf der Südseite des Hohen Chors, ist 45 Fusslang und 16 Fuss breit und hat nur einen Eingang, nämlichvom Hohen Chor aus, indem diejenige Tlhire, welche ausder Wahlkapelle in die Ileilig-Grabkapelle führt, erst später ge-brochen zu sein scheint. Auf der Südseite der Wahlkapellefinden wir seitwärts an den beiden mittleren Fenstern zwei zu-gemauerte Oeffnungen, die keine Thüren sein können. Taf. II.Wenn auch in späteren Zeiten und namentlich seit Karl V.die Wahl nur mehr eine Formsache war und in ganz kurzerZeit beendigt wurde, so scheint es doch früher, zur Zeit desBaues der Kapelle, die Absicht gewesen zu sein, dass, wie beider Papstwahl die Cardinäle eingemauert worden, auch die\\ ahifürsten nicht eher den Wahlort verlassen sollten, bis die