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Wenn heut zu Tage solche Dinge durch diplomatische Ka-binetsverhandlungen erledigt werden, so konnte dies in frühemZeiten, da ein Corps diplomatique nicht bestand, nicht wohlstatt finden, sondern die Fürsten mussten sich persönlich be-sprechen. Als K. Albert I. 1308 gestorben, und der KönigPhilipp von Frankreich seinen Bruder Valois auf den deutschenThron bringen wollte, kamen die Kurfürsten in Eile zu einerBesprechung zusammen. Keine Gegend war wohl hierzu ge-eigneter, als die Rheingegend bei Oberlahnstein; hier stiessendie Gebiete der rheinischen Kurfürsten mitten auf dem Rheinzusammen. Braubach war pfälzisch, Rense kölnisch, Stolzen-fels eine trierische Veste und das gegenüberliegende Lahnsteinmainzisch; jeder Kurfürst konnte leicht auf seinem Territoriumzur Zusammenkunft gelangen. Bei Rense besprachen sich da-mals die Kurfürsten, begaben sich dann nach Frankfurt undwählten Heinrich VII. Bei den Streitigkeiten zwischen Lud-wig IV. und Karl IV. und da zu Frankfurt keine Wahl statt ha-ben konnte, wurde Karl als Gegenkönig 1346 in Pomeriis propeRense super Alveum Reni, ubi Principes Electores super ne-gotiis Imperii convenire hactenus consueverunt, gewählt, Ohlen-schlager Staatsgeschichte etc. Urkundb. S. 256 Urkunde XCI.Karl IV. wünschte die Thronfolge für seinen Sohn Wenzel ge-sichert, und brachte durch beträchtliche Verehrungen an dieKurfürsten solche auf seine Seite. Diese begaben sich 1376auf den Pfingsttag nach Rense und berathschlagten, ob esauch rathsam wäre, bei Lebzeiten des Kaisers einen König zuwählen. Sie schrieben darauf einen Wahltag nach Frankfurtaus, und wählten am nächsten Dienstag nach dem Dreifaltigkeits-tage Wenzel zum König. — Frankfurter Privilegia et Pacta pag.183. Seine und seines Sohnes Vorwahl bestimmte Carl IV. dermit Privilegienertheilungen überhaupt sehr freigebig war, amnächsten Mittwoch nach St. Margarethentag 1376 zu verfügen:„dass wir mit Rath deren Kurfürsten und des Reichs, mit denInsessen, Bürgern und Inwohnern des Dorfes zu Rens, Unsernund des Reiches lieben getreuen, bestellt und geschaffen habe,dass sie in dem Garten, und an der Statt, da die Kurfürsten