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singen zu hören. Als ihm Adolf Slahr an seinem Kranken-lager erzahlte, daß seine Lieder in ganz Deutschland ge-sungen würden, daß sie als echte Volkslieder das Eigenthnmdes Volkes geworden und im Munde von Handwerksbnrschen,Studenten und Soldaten aller Orten erklängen, bereiteteihm diese Mitthcilung große Frende. Ihm selbst warennur wenige Kompositionen seiner Lieder in Paris bekanntgeworden; die von Schubert, Mcndelsohn und Schumann,welche das Entzücken vieler Tausende wurden, kamen ihmkaum zu Gehör, und es war nicht die geringste Kümmernis;seines Exils, daß er sehr oft zu den Melodien seiner eige-nen Lieder fremde Worte in einer fremden Sprache hörenmußte*). Von den Kompositionen, welche er gehört, warenihm die Loewe's die liebsten; er sagte wiederholt, daß sieihn entzückt hätten, daß er gern ein Instrument haben undbei dem Spiel und Gesang dieser Melodien seiner Liedersterben möchte.
Dieser Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen. Nichteinmal ein Instrument befand sich in des Dichters Wohnungund er pries vielmehr die Nacht, die ihn endlich von derFolter nachbarlicher Klaviere erlöste.
Aber auch nicht einmal einen materiellen Vorthcil hatteer von den Kompositionen seiner Lieder. Während inFrankreich der Dichter eines componirten Liedes stets dieHälfte des Honorars erhält, setzten die deutschen Mnsikverleger,den wahren Autor verschweigend, dewNamen irgend eines ob-scureit Dichters auf das Titelblatt seiner Lieder. „Wäre
") Aus dem Catalog einer angesehenen deutschen Musikalien-handlung ging kurzlich eine Zusammenstellung durch die Blätter, der-zufolgc Heine als Textdichter für Componistcn in erster Reihe steht.Sein Gedicht „Du bist wie eine Blume" wurde mehr als 170mal,seine Lieder von „Fichtenbaum und der Palme" und „Leise ziehtdurch mein Gemüth" mehr als hundertmal in Musik gesetzt!