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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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329
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zog er zueist gegen Düren und nahm die Stadt ohne Schwert-streich in Besitz; daraus bemächtigte er sich der jülichschen Ort.schaftcn Bergheim, Castcr, Grevenbroich, zog dann gegen Mühl-heim und besetzte diese siir die aus Köln gewichenen Protestan-ten angelegte Freistät-e, Von hier begab er sich rheinabwärts,nahm ohne Mühe Rheinberg und Orsoy, zog dann gen Wesel,nahm diese Feste durch wenige Schüsse und besetzte mit gleichgeringer Mühe Tanten. Von Seiten der Generalstaaten erschienPrinz Moritz von Oranicn und besetzte verschiedene Orte desClevischen an der niederländischen Gränze im Namen des Chur-fürsten von Brandenburg. Beide Heerführer trugen Bedenken,den im Jahre 1608 zwischen Spanien und der Republik ge-schlossenen Waffenstillstand zu verletzen und sich gegenseitig zubefeinden. Desto mehr litten aber von ihnen die intercssirtcnParteien, in deren Gebieten sie Lager bezogen und feste Plätzebesetzt hatten. Die beiden besitzenden Fürsten erkannten bald,daß ihre Sache nur zum Deckmantel diente, um fremde Interes-sen zu fördern und daß ihre Unterthanen nur geplagt wurden,um fremdes Kriegsvolk zu ernähren. Wenn sie nicht den nie-derländisch-spanischen Krieg mit dem gefährlichsten Charakter inin ihre Lande ziehen wollten, mußten sie beiderseits nachgeben.Hier zeigte sich zuerst die traurige Erscheinung, wodurch derdreißigjährige Krieg einen so fürchterlichen Charakter annahm,daß nämlich ganz fremde Mächte und Kriegsschaaren auf frem-dem Boden sich schlugen, wo keine der kämpfenden Parteien Interessefühlte, den Kampfplatz mit seinen Einwohnern zu schonen, wosie im Gegentheil nur Alles zu verderben und zu vernichtensuchten. Dieß erkannten die besitzenden Fürsten, und sie wurdenendlich durch Vermittelung der Union, Frankreichs und Englandsbewogen, vorläufig einen Waffenstillstand zu schließen; daraufwurde am 28- November 1614 in Tanten ein Vergleich ge-schlossen, wodurch bestimmt ward: Es sollten die fremden Kriegs-völker die vereinten Herzogtbümer verlassen, die in den letzten fünfMonaten angelegten Festungswerke, namentlich die in Jülich und