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Sechstes Kapitel.
Die vereinigten Alanten Jülich, Cleve, Oerg, Markbis zum augsburger Interim.
Nachhaltigen Einfluß in Bezug auf die Ausbreitung der Refor-mation in unsrcr Gegend hatte der Hof von Cleve. Die ganzeAnschauungsweise Herzogs Johann über kirchliche und religiöseDinge fußte auf humanistischen Grundsätzen. Er theilte so ziem-lich die Ansichten des Erasmus, und wenn er vor dem augs-burger Reichstage noch keine bedeutenden Schritte that, um dieseGrundsätze auch in dem kirchlichen Leben seiner Nnterthanen ein-zuführen, so liegt der Grand hauptsächlich darin, weil er mitseinem Volk und Lande katholisch sein, bleiben und scheinen, mitden Protestanten nicht gemeinschaftliche Sache machen wollte,und weil er fürchtete, es nöchten die im Stillen noch arbeiten-den Anhänger der neuen Lehre seine Bestrebungen für eine bessereGestaltung der kirchlichen Verhältnisse als eine offene Hinneigungzu der neuen Richtung aufnehmen und zu völligem Umstürze derganzen kirchlichen Ordnung das Bestreben mißbrauchen, wasnur die richtige Ordnung bezwecken sollte. Aber das Bedürfnißeiner kräftigen, wahren Reform stellte sich immer einleuchtenderheraus. Dieses Bedürfniß ließen einestheils die wirklichen einleuchtenden Mängel und Mißbräuche fühlen, die dem Herzogefort und fort seine erasmisch gesinnten Räthe, namentlich derErzieher seines Sohnes Wilhelm, Konrad Heresbach, vorhielten,
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