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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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Fünftes Kapitel.

Der Reichstag zu Augsburg.

Faktisch war schon seit 1525 die neue Kirche auf Grund derlutherischen Lehrsätze in's Leben getreten; die Anhänger der neuenLehre gaben dieser Thatsache eine rechtliche Bedeutung durchUebergabe ihres Bekenntnisses auf dem Reichslage zu Augsburg,1530. Lange dauerte eS auf diesem Reichstage, ehe die Pro-testanten selbst einmal recht wußten, was denn eigentlich ihreLehre sei und an welchem Bekenntnisse man die Mitglieder dergroßen Opposition erkennen könne. Zwar wurde schon bald nachdem Beginn des Reichstages auf Verlangen des Kaisers vonden Protestanten ihr Bekenntniß vorgelesen. Es war dies eineArbeit von Melanchthon, welcher unter Beirathung und Begut-achtung verschiedener protestantischer Theologen und Stände dievon Luther aufgesetzten siebzehn torgauischen Artikel zu einer eig-nen Bekenntnißschrift verarbeitete. In diesen Artikeln war be-handelt: 1) Gott und die Dreieinigkeit, 2) die Menschwerdung,3) Christi Leiden, 4) die Erbsunde, 5) die Rechtfertigung, 6)die Natur des gerechtmachenden Glaubens, 7) die Predigt desEvangeliums, 8) die Sakramente, 9) die Taufe, 10) das Sa-krament des Altars, 11) die Ohrenbeicht, 12) die katholischeKirche, 13) das längste Gericht, 14) die weltliche Obrigkeit,15) das Verbot des Ehestandes und Fleischessens, 16) die Ab-