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C'ilftes Kapitel.
Verhältnis! des Untcrrichtswescns und des inncrn Nrganismusin der kölnischen Diözese zur Reformation.
Hauptpflanzschulen für die protestantischen Ansichten in den her-zoglich-clevischcn Landen waren die Gymnasien zu Duisburg undDüsseldorf, Herzog Wilhelm, der auf Anrcizung des Erasmusund Heresbach eine heftige Antipathie gegen die kölner Univer-sität, worauf die Jugend seiner Gebiete zu ihrer Ausbildungangewiesen war, gefaßt hatte, nahm den Plan zur Gründungeiner Universität im eigenen Lande wieder auf und suchte selbigenmit aller Anstrengung zu verwirklichen. Weil er, ohne den venlocrVertrag zu brechen, mit dem Kirchengute nicht also schalten konnte,wie die protestantischen Fürsten, und weil zur Dotation einerAkademie anders keine als geistliche Fonds zu beschaffen waren,so mußte er sich dicserhalb an den Papst wenden. Nach vielerMühe erhielt er 1562 von Pius IV. die Einwilligung, verschie-dene geistlichen Gefälle zur Fundation einer Universität verwen-den zu dürfen, und vier Jahre nachher erlangt er von seinemSchwager, dem Kaiser Maximilian II, die erforderlichen kaiser-lichen Privilegien. In welchem Geiste die Akademie als wissen-schaftliche Lehranstalt auftreten sollte, lehrt der Umstand, daß derHerzog vor hatte, den Johann Sturm und Johann Sleidanals Lehrer an seine Akademie zu berufen. Zwar kam einstweilen