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Sieben zehntes Kapitel.
Der Michschc Erbfolgestreit.
Während die Parteien in angegebener Weise sich zur Verfol-gung ihrer Interessen gegeneinander stellten, wurde unsrc Gegendder Grund zum offenen Ausbruche der Feindseligkeiten. DieSehnsucht nach den schönen und reichen Besitzungen von Jülich,Cleve, Berg wurde der brennende Funken, welcher die hinterdem Religionshaß verborgene Ländergier und Eifersucht der Par-teien zur Kriegsflammc anfachte. Der Besitzer dieser schönenGebiete, Herzog Johann Wilhelm, starb den 25. März 16VSim 56. Lebensjahre ohne Erben. Nicht weniger als sieben Erb-schaftsprätendenten traten auf, von denen die einen Ansprücheauf die ganze Hinterlassenschaft, die andern auf einen Theilderselben machten. Dem Kaiser gefiel es recht wohl, daß derPrätendenten so viele waren; er sah ein, daß diese zu keinemfriedlichen Ende kommen konnten, und hegte die Hoffnung, beiden entstehenden Zwistigkeiten ein gut Stück der Erbschaft fürsich gewinnen zu können. Die ältesten Ansprüche hatten undbrachten vor die beiden sächsischen Häuser. Sie stützten ihreAnsprüche auf kaiserliche Dekrete. Kaiser Friedrich SZI hatteunter dem 26. Juni 1483 dem Herzoge Albrecht von Sachsendie Erspektative auf das Herzogthum Jülich und Berg gegeben,