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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
170
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Meutttcs Kapitel.

Der augsburger kicligionsfriede^ 1555.

Äe mehr der Kaiser sich bemühte, den religiösen Zwiespalt imdeutschen Reiche zu heben und alles wieder zu dem alten katho-lischen Glauben zurückzuführen, desto mehr Hindernisse stelltensich ihm in den Weg und desto ungehinderter wurden der ver-schiedenen Ncichsfürsten Bemühungen, der neuen Lehre weiterenEingang und weitere Verbreitung zu verschaffen. Diese Hinder-nisse lagen theils in dem widerstrebenden Sinne der protestanti-schen Fürsten, theils in ungünstigen äußern Verhältnissen, woreinder Kaiser durch die Zweizüngigkcit und Treulosigkeit des HerzogsMoritz von Sachsen und dessen Bündniß mit Frankreich versetztwurde, theils in der Ueberzeugung, daß der Papst bei dem gan-zen Ordnungsgeschaftc viel zu sehr Privat- oder Landesinteressendem allgemeinen Wohle dcr Kirche vorzog, theils endlich in demMißtrauen, welches der Kaiser in den guten Willen des ConcilSund in die Möglichkeit setzte, auf dem eingeschlagenen Wege undnach den Grundsätzen des Concils die kirchlichen Angelegenheitenzu friedlicher Einigung geordnet zu sehen. Diese Gründe mach-ten ihn muthloS und flößten ihm gerechten Zweifel ein, dieSache nach seinem Plane und Willen regeln zu können. Daherverließ ihn allmählich sein ursprünglicher Eifer, und er konntees setzt über sich gewinnen, in den von seinem Bruder Ferdi-