Viertes Kapite!.
Die ErMöcefe Köln und die Reformation, Iiis zum Reichstagevon Augsburg 4539.
Einen vorbereitenden Einfluß auf die Einführung der Neformation bot wie im Allgemeinen wohl im ganzen deutschenReiche, so in's Besondere auch im Bereiche der Kölner Erzdiö-zese der damalige Zustand des wissenschaftlichen Lebens. Zweieinander heftig bekämpfende Richtungen hatte dasselbe eingescha-gen. Cö waren dicö die sogenannte humanistische und scholasti-sche Richtung, welche sich namentlich in den Lehrern der Philo-sophie und Theologie am feindseligsten begegneten. Bis in das15. Jahrhundert hatte nur der Cleruö wissenschaftliche Kennt-nisse besessen, und vorzüglich waren es die Klöster, welche bisdahin gleichsam das Monopol der ganzen Wissenschaft gehabt.Wohl nur als Ausnahme muß man es ansehen, wenn in jenenZeiten Laien getroffen werden, die zum Zwecke des Jugcndunter-richtcs an Universitäten oder andern Schulen, oder um eineneignen innern Drang nach geistiger Bildung zu befriedigen, sichmit der Pflege der Wissenschaften befaßten. ES war dies eineErscheinung, welche ganz natürlich aus den damaligen Verhält-nissen hervorging. Denn des Laien und Privaten Streben undRingen wird meist, bald in höherein bald in geringerem Grade,durch das Trachten nach Ruhm und äußerem Vorthcil geleitet.Aber gar wenig Ruhm und äußeren Vorthcil bot damals derGclchrtenstand, und zudem war eS noch äußerst schwierig undmühevoll für den Privaten, es zu einer auch nur in Etwa be-