Druckschrift 
Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

180

Zehntes Kapitel.

Verhältnis des clcvisehen Hofes zur Reformation.

Während der ganzen Zeit, daß man alle möglichen Mittelaufwandte, um die allgemeine Spaltung in Staat und Kircheaufzuheben; während die Väter auf dem Tricnter-Concil aufrein kirchlichem Boden die Bestimmungen einer allgemein ge-wünschten Reform trafen und im Gegensatz zur neuen Lehre diebestimmten Formen des wahren Glaubens aufstellten; währendauf der andern Seite der Kaiser Alles aufbot, um dem allge-meinen Wunsche nachzukommen und eine Reform in der katholi-schen Kirche durch friedliche Vergleichung durchzusetzen; währendeine Reihe von Jahren das protestantische Deutschland dieFrüchte des Neligionsfricdens in einem hartnäckigen Kampfe imInnern der neuen Kirche genoß und sich in diesem Kampfe ganzund gar zu einer abhängigen, geknechteten Fürstenkirche ent-wickelte, da blieb das clevische Land so ziemlich unberührtvon den Folgen, welche all diese Ereignisse für die meisten an-dern deutschen Neichsländer hatten, und schien sich gleichsamvom Reichsverbandc losgesagt und ganz seinen eignen Weg derEntwicklung eingeschlagen zu haben. Außer den wenigen Ver-änderungen, welche in Folge des augsburger Interims eingeführtwurden, gingen die Reformbestrebungen Hierselbst, unbekümmertum die so vielfach sich ändernden Verhältnisse im Reiche, ganz