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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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345
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Achtzehntes Kapitel.

Dcr Ueligionsvergleich von l572.

Bei dem Tode des letzten jülichsche» Herzoges Johann Wilhelmuberließen sich die bis dahin gar glimpflich behandelten Prote-stanten der frohen Hoffnung, daß hierorts ihr Bekenntniß siegenund die protestantische Kirche zur alleingeltenden würde erhobenwerden. Es war nämlich vorauszusehen, daß nur ein prote-stantisches Fürstenhaus hier zur Regierung kommen werde unddann hofften die hiesigen Protestanten den damals geltendenGrundsatz dcr Unduldsamkeit gegen Katholiken auch hier ange-nommen zu sehen. Es nahmen die Lande zwei Fürsten in Be-sitz, welche dem lutherischen Bekenntnisse zuzethan waren, jedochohne die Zugabe von dem entsetzlichen Fanatismus gegen Katho-liken und Reformirte, wie er sich namentlich bei den sächsischenFürsten zeigte. Darum ist ihr Regierungsantritt auch nicht mitden Verfolgungen gegen Katholiken und Reformirte verknüpft,wie wir solche anderwärts so vielfach sehen, und darum konntenhier namentlich die vielen Calviner sich einer Ruhe erfreuen,welche sie anderwärts vergeblich suchten. Das ealvinischc Be-kenntniß hatte in unsrer Gegend große Verbreitung gewonnen.Dicß hatte seinen Grund darin, weil hier viele aus Frankreich,Holland und England vertriebenen Neformirten Schutz gefundenhatten, weil viele Neformirten aus Sachsen hierher einwandcr-