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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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Sechszehntes Kapitel.

Innerer Zustand Dcutlchlands im Anfange des stcbengehntcnJahrhunderts^

Grenzenlose Verwirrung im inner« deutschen Wesen haltedas sechszehnte Jahrhundert beschlossen; hierzu brachte das sie-benzehnte noch die schrecklichsten Verwirrungen im Neuster».Alles Uebel und Unglück, was nur Ignoranz und Charakterlo-sigkeit der Neichsfürstcn, religiöser Fanatismus und eigensüchtigePolitik zu bringen vermögen, zeigt sich uns in der Geschichtedieses Jahrhunderts, am schrecklichsten in seiner ersten Hälfte. Anein ruhiges Nebeneinander der einzelnen verschiedenen Ansichtenund Ueberzeugungen war noch gar nicht zu denken. Der Haßzwischen den Anhängern der verschiedenen Bekenntnisse hatte, an-statt sich zu verlieren, noch immer zugenommen. Jedes der dreiBekenntnisse wollte den ganzen Inbegriff der christlichen Wahr-heil noch einzig für sich in Anspruch nehmen, aber keines zeigte,daß es auch nur im Geringsten das Grundgesetz des Christen-thums, das Gesetz der Nebe, erfaßt habe. Die am Wenigstenvom Christenthum kannten, wollten sich durch Unduldsamkeit undHärte gegen die Andersgläubigen als die besten und eifrigstenChristen bewähren. Das religiöse Element, welches eigentlichdie schroffen Seiren eines Volkscharakters abschleifen, und dem-selben in scglichcr Beziehung eine gewisse Veredlung und Äe-