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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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Grftes Kapitel

Allgemeiner Zustand des deutschen Reiches beim Beginnder Reformation.

Beim Beginn des sechzehnten Jahrhunderts lag Deutschlandmit seinem ganzen inncrn Wesen, seinen kirchlichen und politi-schen Verhältnissen, in schweren Nöthen.

Die Verfassung des Reiches süßte ihrer rechtlich-geschichtli-chen Entwicklung nach auf einer geregelten Vermischung vonweltlichen und geistlichen Elementen. Jeder dieser Grundbe-standtheile hatte seine genau bestimmten Rechte und Verpflich-tungen, dem Ganzen gegenüber wie in seiner bcsoudern Sphäre.Die Geistlichkeit war es gewesen, die hauptsächlich durch ihreBildung, durch die Worte der göttlichen Wahrheit, durch ihreAutorität und durch ihre von Kaiser und Reich anerkannteStrafgcwalt das deutsche Reich zu seiner, wenn auch wenig be-wundernswertsten, geistigen Höhe erhoben hatte. Die geistlichenStände hatten das Reich durch ihr fast fortwährendes Zuhaltenmit dem Kaiser vor innerer Auflösung bewahrt, die ihm so häu-fig von Seiten ehrsüchtiger Reichsfürsten drohte. Daher mußteReich und Kaiser ihnen Dank wissen, und die Belohnungen,welche sie in kleincrn oder größern Reichsgütern erhielten, mußtennur als billig und gerecht anerkannt werden. Die weltlichenReichsstände, Fürsten, Grafen und Ritter, hatten das Reich inseiner äußeren Gestalt gewahrt und in Zeiten drobender Gefahrgegen die Angriffe äußerer Feinde vertheidigt und geschützt. Auchihnen mußte Reich und Kaiser sich verpflichtet finden, und nur

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