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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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für ein Erercitium hergebracht, ctwan zwischen den Zuhörern ei-nen oder des andern Ortes, Streit oder Contradiction vorginge:so wollet ihr sie beide darüber hören, euch der Sachen eigentlicherkundigen, und solches unparteiischen Le iten auftragen und bei-den Theilen gleiches Recht verwalten, nicht aber einen Theil vordem andern drücken, oder mit vielen Kosten und Zeit abmatten,oder auch des einen Theils Bericht diesen communiciren, jenenaber versagen. Und ob denn gleichwohl einige Particular-Leutein demselben Kirchspiele wären, so anderer Confession zugethansind, denen soll unverboten sein, ob sie wollen an andern benach-barten Orten sich zur Kirche ihrer Confession halten, und sichdaselbst des Gehörs göttlichen Worts, des Gebrauchs der h.Sakramente für sich und die Ihrigen bedienen; auch bei Krank-beiten und dergleichen Fällen daheim in ihre Behausung einenPrediger kommen zu lassen, darin ihr denn abermals keinenEintrag thun oder zu thun gestatten wollet. In diesem allenwollen Wir Uns eures schuldigen Gehorsams gnädigst und für-dersamst versehen, und befehlen euch nochmals, es mit den Lu-therischen so anzustellen, daß sie sich unserer violirten Zusage undReversalien, oder anderer unbilligen Verfolgungen, deren unserechristliche Religion und deren Zugethane, jederzeit einen Abscheugetragen, und sie andere beseufzet und beklaget nicht zu beschwerenhaben, oder Unserer allbereit genugsam allenthalben gehaßten undgedrückten Religion und Gemeinen durch dergleichen undicnlicheProzeduren einen Schandfleck angehängt oder ein böser Nach-klang gemacht werden möge."')

Wenn Georg Wilhelm auch den Willen gehabt hätte, die-ses Gebiet nach den Planen der Holländer gänzlich zu calvinisi-ren, so hätte er es nicht vermocht; denn er war in jeder Be-ziehung eine völlige Null. Er war zu schwach, um bei der Re-gierung seiner Lande nach festen Grundsätzen zu verfahren, undmußte alle Gewalt, in politischen wie kirchlichen Dingen, in denHänden der Parteien lassen, welche sich am berliner Hofe be-

I) Jacobson, S. !27.