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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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wegten und befeindeten. Diese Parteien waren theils lutherisch,theils calvinisch gesinnt. Mit jener hielt es Gustav Adolph,und er würde es nicht zugegeben haben, daß im Clevischen derCalvinismus den Lutheranismus verdrängen sollte. Im Clevi-schen selbst lag zudem die ganze Gewalt in den Händen desRcichsgrafen Adam von Schwarzenberg, den der Churfürst alsObcrkammerherrn und Mitglied des geheimen Rathes an dieSpitze der Verwaltung seiner Lande am Rhein gestellt hatte.Ihm, als Katholiken, lag es wenig am Herzen, das calvinischeBekenntniß zum Nachtheil eines andern zu begünstigen. Zudemerkannte Schwarzenberg die wahren Absichten der calvinischenPartei, welche nur auf Umwälzung ganz Deutschlands hinarbei-tete; er sah ein, daß für Brandenburg aus einer solchen Revo-lution wenig Vortheil zu erhoffen sei. Darum ließ er sich sowenig in die Plane Hollands verstricken und ließ die clevischenKatholiken wie Lutheraner ungestört. Bedenklicher wurde dieLage der Katholiken und Lutheraner unter dem ChurfürstenFriedrich Wilhelm, welcher 1640 zur Negierung kam. Er hatteunter Aussicht seines Hofmeisters Kalkhahn in Leiten studirt undunter den Holländern glühenden Eifer für das resormirte Be-kenntniß eingesogen. Sein energischer Charakter gab bald derseitherigen parteilosen Haltung des brandenburgischcn Ministe-riums eine bestimmtere religiöse Färbung; er zeigte in Alleindas Bestreben, die Interessen der Reformirtcn zu vertheidigen,die Ungerechtigkeiten gegen sie zu rächen und ihr Bekenntniß wei-ter zu verbreiten. Hiebci war ihm aber aller Fanatismus fremd,und eigentliche Bedrückungen gegen Andersgläubige erlaubte ersich nur da, wo er solche als Repressalien ansah für Beleidigun-gen, welche seinen eignen Confessionsverwandten angethan wa-ren. Die Grundsätze seiner Handlungsweise in Betreff derkirchlichen Angelegenheiten sprach er in einem Nescript andie clevische Regierung vom 5. April 164l aus. Selbigeslautet:Friedrich Wilhelm, Churfürst. Unfern gnädigen Grußzuvor. Beste, hochgelehrte Räthc und liebe Getreue. Demnach